Bauer-Johann-BGR---40-jähr.-Priesterjubiläum-2017-07-09-042

Vierzig Jahre Arbeit im Weinberg des Herrn

Mindelstetten (fj) Am vergangenen Sonntag feierte bischöflich Geistlicher Rat Johann Bauer zusammen mit seiner ganzen Pfarrei im Rahmen eines großen Festes sein vierzigjähriges Priesterjubiläum. Höhepunkt war dabei der Festgottesdienst in der Pfarrkirche, den er zusammen mit fünf Konzelebranten feiern konnte. Später gesellte sich noch eine Reihe weiterer Priesterkollegen, die wegen der Sonntagsgottesdienste in ihren Pfarreien unabkömmlich waren zu den Gästen. Die Pfarrangehörigen und Gäste füllten dabei beide Kirchen bis auf den letzten Platz und auch alle Vereine der Pfarrei Mindelstetten und der Expositur Offendorf die in den Seitengängen der Kirche Aufstellung genommen hatten waren ausgerückt um mit ihrem „Herrn Pfarrer“ zu feiern. Nach dem feierlichen Einzug der Priester zusammen mit dem imposanten liturgischen Dienst war die Besonderheit dieses Tages überall zu spüren. Der Kirchenchor unter seinem Leiter Wolfgang Schauer brachte zur Freude des Jubilars die Missa brevis in C Dur von Wolfgang Amadeus

Mozart mit Christina Schmailz an der Orgel, Gabriele Hirte und Maria Lindl, Violine, sowie Steffi Braun und Silke Schauer als Solistinnen zur Aufführung.

Pfarrer Josef Schemmerer ging als Festprediger auf den Werdegang des Jubilars und auf das Amt, die Aufgaben und die Freuden des Priesters ein.

Es war der 25. Juni 1977 als Bischof Rudolf Graber den Diakon Johann Bauer im hohen Dom zu Regensburg zum Priester weihte. Damit begann für ihn die Zeit der Suche nach dem Weg den er einmal gehen will, soweit diese Entscheidung überhaupt in seinen eigenen Händen liegt. Nach seinem ersten Versuch sich in ein Kloster zurückzuziehen reifte in ihm bald die Erkenntnis, dass die Gestaltungsmöglichkeiten dort ihre Grenzen haben. Er bot deshalb dem damaligen Generalvikar des Bistums Regensburg seine Rückkehr in den Dienst als Diözesanpriester an. Gottes Fügung wollte es, dass ihn sein Weg in die damals gerade frei gewordene Pfarrei Mindelstetten führte. Eine zwar kleine, aber ganz besondere Pfarrei wie sich bald herausstellen sollte. Hier erwarteten den Jungen Pfarrherrn Aufgaben und Ereignisse, die nur sehr wenige Priester erleben dürfen. Taufe zu spenden, Firmlinge auf den Empfang dieses Sakramentes vorzubereiten, Brautleute zu segnen und sie in den Stand der Ehe zu begleiten, das Bussakrament zu spenden gehören zu den normalen Aufgaben und Pflichten eines Pfarrers. Was er aber darüber hinaus in den dreiunddreißig Jahren seines Wirkens in dieser Pfarrei erleben durfte ist einmalig. Eine neue größere Kirche zu bauen, das Geburtshaus einer Heiligen zu erwerben, ein Pilgerzentrum zu errichten und vieles mehr. Vor allem aber die Selig und Heiligsprechung von Anna Schäffer erleben und durch sein und das Gebet ihrer vielen Verehrerinnen und Verehrer begleiten und fördern zu dürfen ist einmalig für einen Priester.

Am Ende des festlichen Gottesdienstes, bei dem die Kommunionkinder die Fürbitten vortragen durften stand noch eine Überraschung an. Pfarrer Josef Schemmerer überreichte im Auftrag dem Jubilar eine Urkunde aus Rom mit Glückwünschen von Papst Franziskus zu seinem Jubiläum.

Das festliche, von den Gläubigen zusammen mit dem Chor gesungene „Großer Gott wir loben Dich“ und der Schlusssegen beendeten den feierlichen Gottesdienst und leiteten über zur weltlichen Feier.

In einem imposanten Zug angeführt von der Schambachtaler Blaskapelle bewegten sich die vollzählig anwesenden Vereine der Gemeinde, der Jubilar und seine Priesterkollegen, seine Familie und Verwandten, die Honoratioren und alle Gottesdienstbesucher zur Markthalle, wo sie von Anita Irl, der Sprecherin des Pfarrgemeinderats begrüßt wurden. Nach dem Mittagessen, zu dem alle Pfarrangehörigen eingeladen waren ließ Bürgermeister Alfred Paulus die Arbeit und den Weitblick von Pfarrer Bauer in den dreiunddreißig Jahren seines Wirkens kurz Revue passieren. Dabei erinnerte er an die wichtigsten, auch für die Gemeinde relevanten Maßnahmen, wie den Kirchenbau, der ohne das gute Zusammenwirken mit dem damaligen Bürgermeister Emmeram Batz, dem damaligen Kirchenpfleger Franz Oblinger und dem Gemeinderat nicht möglich gewesen wäre. Oft hat in diesen Jahren Pfarrer Bauer nicht nur sein Talent als Seelsorger, sondern auch als Planer und Bauherr unter Beweis gestellt. Von seiner manchmal als ein wenig konservativ empfundenen Ausrichtung ist er dabei niemals abgewichen. Sein Leitbild ist das christliche Abendland, dem Zeitgeist nachzulaufen ist ihm fremd, stellte der Bürgermeister zufrieden fest. Mit dem Dank für die in diesen vielen Jahren geleitete Arbeit verband er den Wunsch, dass der Jubilar bei guter Gesundheit noch möglichst viele Jahre Pfarrer von Mindelstetten bleiben möge.

Am Ende ergriff Pfarrer Johann Bauer das Wort. Er dankte allen, die in irgend einer Form mitgeholfen haben dieses wunderbare Fest auszurichten und zu gestalten. Besonders bei Bürgermeister und Kirchenpfleger Alfred Paulus, der Sprecherin des Pfarrgemeinderats Anita Irl, dem Kirchenchor, den Mesnern und Ministranten, allen Helfern und Helferinnen, sowie Gottesdienstbesucherinnen und Besuchern, vor allem den vielen Vereinen und der Schambachtaler Blaskapelle, die dem Fest einen würdigen Rahmen gaben. Nach der Einladung zu Kaffee und Kuchen, den die Frauen vorbereitet hatten, setzte sich der von der Blaskapelle angeführte Zug zur Pfarrkirche in Bewegung wo eine festliche Dankandacht die Jubiläumsfeier beendete.