ORTSTEILE & GESCHICHTE

Mindelstetten und seine Ortsteile blicken auf eine lange Geschichte zurück. Es gibt vieles zu entdecken und vor allem für Pilger lohnt sich ein Besuch. In der Gemeinde Mindelstetten leben rund 1700 Menschen, die sich auf insgesamt neun Orte aufteilen. Gerade deshalb möchten wir Ihnen im folgenden unsere Gemeinde näher vorstellen.

MINDELSTETTEN

Mindelstetten - Ortsansicht

Mindelstetten, gelegen an der Salz- und Eisenstraße Nürnberg-Landshut, ist als Missionssiedlung der Mönche von St. Emmeram entstanden und fand 864 erstmalige urkundliche Nennung. Überliefert auch sind schwere Schäden während des Dreißigjährigen Krieges 1632, des spanischen Erbfolgekrieges 1703 und des österreichischen Erbfolgekrieges von 1740-1748.
Die Pfarrkirche zum hl. Nikolaus wurde während der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut und ist um 1400 gotisch umgestaltet worden. Ein Feuer zerstörte die Kirche 1692. 1707/1711 verlängerte man die Kirche und stellte die Altäre in den Westen. Von 1904-1905 wurde die Kirche ein weiteres Mal, unter Verwendung des alten Turmes, in einfacher gotischer Form neu erbaut. Wegen seiner großen Bedeutung für Christen ist das Gotteshaus 1994/95 durch einen Erweiterungsbau vergrößert worden. Zu einem der bedeutendsten Ereignisse zählt sicher auch die Exhumierung der Gebeine der heiliggesprochenen Anna-Schäffer am 25. Juli 1972, die am Tag darauf in einer Gruft der Kirche beigesetzt wurden. Der 26. Juli wurde somit auch zum Anna-Schäffer-Gebetstag, wie es auch der Sterbetag von Anna Schäffer am 05. Oktober wurde. Es folgten die Seligsprechung am 07.03.1999 und die Heiligsprechung am 21.10.2012 in Rom.
Als Selbstversorger bietet Mindelstetten seinen Bürgern eine Bäckerei, eine Metzgerei, eine Tankstelle, einen Allgemeinarzt, Banken, Geschäfte, Gastronomie, leistungsstarke Handwerksbetriebe und damit ein breites Spektrum, an dem, was für das tägliche Leben wichtig ist. Das gute gesellschaftliche Leben spiegelt sich in einem aktiven Vereinsleben von Jung und Alt wieder. Familien haben mit einer Kindergroßtagespflege, dem Kindergarten und der Grundschule am Ort nicht nur kurze Wege, sondern auch eine vorbildliche Betreuung für den Nachwuchs. Die Markthalle wird über das Jahr hinweg für größere Veranstaltungen genutzt und im Herbst wird dort eines der Traditionsvolksfeste, der Mindelstettner Markt, ausgerichtet. Bekannt ist Mindelstetten auch für seine Reitturniere und für seine Taekwondo-Abteilung. Als Pilgerstätte hat unser Ort große Bekanntheit erreicht und wir sind stolz, dass wir unter anderem mit dem Anna-Schäffer-Haus die Geschichte unserer Heiligkeit Besuchern näherbringen können.

HIENDORF

Hiendorf
Hiendorf von der westlichen Anhöhe
Einst wurde Hiendorf „Houendorf“ genannt und ist seit dem Jahr 1097 erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1180 war der Ortsteil im Süden Mindelstettens im Besitz der Wittelsbacher. Die Filialkirche St. Peter und Paul gehörte ab 1326 zum Kloster Scheyern. Anstelle der romanischen Apsis wurde das Gotteshaus im 17. Jahrhundert mit Chor und Dachreiter versehen und 1881 nach Westen verlängert, schließlich 1973 außen renoviert. Ein Relikt aus dem 13. Jahrhundert ist das Weihwasserbecken. Hiendorf war ursprünglich eine eigene Gemeinde und wurde erst später an Mindelstetten angegliedert. Das traditionelle Dorffest findet alljährlich am 1. Samstag im August statt.

OFFENDORF

Das frühere Unteroffendorf, war um 1414 noch im Besitz der Geben von Hagenhill, 1550 in der Hand der Trautskirchener und letztendlich 1607 unter dem Einfluss der Donnersberger, die 1612 das jetzige Schloss erbauten. Das Wappen der Donnersberger und Puchenberger am Hauseingang zeugt heute noch davon. Über die Geschichte hinweg gehörte das Schloss unter anderem Wolfgang von Müller, Professor von Widmont, Hoppenbichler Schacky und ab 1884 den Daller von Mindelstetten. Heute ist der dreigeschossige Schloßbau in privater Hand. Gleich nebenan steht die Kirche zur hl. Maria. Es handelt sich dabei um eine romanische Anlage, die unter Verwendung des alten Turms unter dem Architekten Haindl 1960 neu erbaut wurde. Durch den Ort fließt von Oberoffendorf kommend der Dettenbach. Das Dorfgemeinschaftshaus in Offendorf ist unlängst eine echte Institution an der alten Bahnstrecke und heutigem Schambachtal-Radweg geworden. Der alte Bahnhof steht noch nebenan und erinnert an die Vergangenheit.

Offendorf
Offendorf, Ansicht Schloss vom Friedhof

 

Tettenagger
Tettenagger, Kirche in der Ortsmitte

 

TETTENAGGER

864 als „Totinacchron“ erstmals erwähnt, schenkte Heinrich von „Todtenacher“ dem Kloster Ebrach ein Gut. Die Filialkirche St. Andreas war eine romanische Anlage, bevor sie später verändert und 1340 neu erbaut wurde. 1907 wurde die Kirche erweitert und 1953 renoviert. Der Altarschrein mit der Figur des St. Andreas stammt aus dem Jahr 1725. Tettenagger ist für viele Motorsportbegeisterte für seine Stock-Car-Rennen bekannt, zu dem Teams aus ganz Bayern anreisen. Alle zwei Jahre findet ein romantischer Weihnachtsmarkt statt. Wie auch Offendorf, liegt Tettenagger am Jakobsweg und ist daher unter Pilgern bekannt.

HÜTTENHAUSEN
Hüttenhausen, Ansicht von Weiher

1500 hieß der Ortsteil noch Hirtenhausen und wurde bereits 1123 erstmals erwähnt. Hüttenhausen war Teil der Altgemeinde gewesen, bevor es an Mindelstetten angegliedert wurde. Die romanische Filialkirche St. Blasius steht im Dorfzentrum. In ihr finden sich eine Holzfigur des Patrons und des hl. Ulrichs aus dem 15. Jahrhundert. Die Kirche wurde 1982 zuletzt renoviert. Hüttenhausen hat nun zusammen mit Offendorf durch das Dorfgemeinschaftshaus an der alten Bahnstrecke einen gesellschaftlichen Platz, an dem die Menschen zusammenkommen. Die Bahnstrecke wurde längst umfunktioniert und ist nun Teil des Schambachtal-Radweges, der auch viele Auswertige zu einem Halt einlädt.

IMBATH

Der älteste Ortsteil der Gemeinde, Imbath, ist süd-östlich von Mindelstetten gelegen. Nicht weit davon entfernt finden sich die Reste einer Keltenschanze. Erste Nennungen Imbaths lassen sich auf das Jahr 822 zurückführen. 865 tauschte Edelmann Otmar Besitz mit dem Kloster St. Emmeram bei Regensburg. Schon 1280 wurde bereits eine Kirche erwähnt, die 1842 neu erbaut und 1844 konsekriert ferner 1972 außen renoviert wurde. Die Filialkirche St. Gertrudis ist einen Besuch wert und ist im Stil der Nazarener errichtet. Imbath ist nicht letztlich für seine landwirtschaftliche Prägung bekannt. Hopfenfelder zieren die umliegenden Flächen und um das leibliche Wohl sorgt sich der Landgasthof Braun.

Imbath, Ansicht von Mindelstetten
Imbath, Ansicht von Mindelstetten

 

Grashausen
Grashausen, unterer Teil mit Kirche

 

GRASHAUSEN

Grashausen hieß um 1000 noch Bischofshof und wurde 1150 in der Schenkungsurkunde des Damenstiftes Obermünster in Regensburg erwähnt. 1303 Heinrich der Groshauser genannt, kaufte 1535 Friedrich von Grumbach den Edelsitz, bevor es 1570 in den Besitz der Muggenthaler überging. Der Grashausener Markt wurde 1680 gegründet und war ein bedeutender Viehmarkt, der 1870 nach Mindelstetten verlegt wurde. In Grashausen liegt somit der Ursprung des Mindelstettner Marktes. Die einstige Kirche St. Dionys, die 1447 erbaut wurde, war um das Jahr 1802 abgebrochen und 1820 wieder aufgebaut worden. Grashausen sowie die Kirche bietet seinen Besuchern eine besonders idyllische Atmosphäre in Umgebung von Forst und Flur.

OBEROFFENDORF

Oberoffendorf ist der westlichste Ortsteil der Gemeinde Mindelstetten. Das idyllische Örtchen liegt am Ursprung des Dettenbachs, der über Mindelstetten und Marching im Altwasser der Donau mündet. Nicht nur wegen Oberoffendorfs beschaulichen, schönen Kirche führt es viele Pilger durch diesen Ort. Oberoffendorf liegt am Jakobsweg, der die Menschen bis nach Spanien führt.

Oberoffendorf, Kirche in der Ortsmitte
Oberoffendorf, Kirche in der Ortsmitte

 

Stockau, Ortsansicht
Stockau, Ortsansicht

 

Weiher
Weiher, Ortsansicht

 

STOCKAU & WEIHER

Über Weiher und Stockau sind leider kaum geschichtliche Informationen überliefert. Stockau ist, wie auch Weiher, ein ehemaliger Ortsteil der Altgemeinde Hüttenhausen, die erst später an Mindelstetten angegliedert wurden. Ob die inzwischen eingefüllten Weiher zu der Namensgebung des Ortes Weiher beigetragen haben, ist nur eine Mutmaßung. Stockau ist vor allem unter den Jugendlichen des Gemeindegebietes für seinen Jugendtreff „Heisl“ bekannt.