Bürgerversammlung-Offendorf-2017

Bürgerversammlung in Offendorf

Offendorf (rss) In Offendorf waren 53 Besucher zur Versammlung gekommen. Bei der Diskussion  wurde als erstes der Planungsentwurf des neuen Leichenhauses kritisiert. Der Standort des Leichenhauses sei nicht optimal und zudem wurde im Vorfeld eine mögliche Erweiterung besprochen. Paulus sagte, dass dies nur als Entwurf zu verstehen sei und zusammen mit der Kirchenverwaltung Offendorf besprochen werden. Er versprach „Wenn ich als Bürgermeister aufhöre, dann habt ihr so viele Gräber, die auf alle Fälle reichen“.

Ein weiterer Punkt war die künftige Abwassergebühr. Ein Besucher brachte seinen Unmut zum Ausdruck. Bei der Gebühr wird künftig Niederschlagswasser, das in das Abwassersystem eingeleitet wird in die Abrechnung mit einbezogen. Paulus führte hier die Umstände aus. Die Rechnungsprüfung hatte den zu hohen Fremdwasseranteil von 18 Prozent bemängelt. Dadurch sei die Verwaltungsgemeinschaft gezwungen worden, am System zu arbeiten. „Eine komplette Gerechtigkeit wird es nur schwerlich geben“, sagte Paulus. Dennoch sei man bemüht, es so gerecht wie möglich zu gestalten. Ursprünglich sollte die neue Abwassergebühr zum 01.01.2018 starten. Das neu geplante Baugebiet in Mindelstetten macht hier jedoch einen Strich durch die Rechnung. Voraussichtlich wird sich die Umsetzung bis Anfang 2019 hinziehen.

Ein Besucher sah für den Winterdienst Probleme durch parkende Autos in Halteverbotszonen. Das konnte Paulus bestätigen. Durch Falschparker kann der Winterdienst bei Schneefällen nicht so räumen wie es sein sollte. Wenn dies der Fall ist, werde mit den Falschparkern Kontakt aufgenommen. Bisher konnte dies immer einvernehmlich gelöst werden. In dem Zusammenhang wies Paulus auf die Räum und Streupflicht hin.

Zwei Besucher machten auf kleinere Straßenschäden, beziehungswiese Löcher in den Straßen aufmerksam. Hier führte Paulus aus, dass in der Verwaltungsgemeinschaft ein Rentner und ehemaliger Fachmann für den Straßenbau gewonnen werden konnte. Dieser sei schon dabei alle, kleineren Straßenschäden aufzunehmen und eine gemeinsame Ausschreibung in der Verwaltungsgemeinschaft durchzuführen. Damit könnten weitaus günstigere Preise bei der Auftragsvergabe erzielt werden.

Die Hopfenernte und die damit verbundene Belästigung durch Lärm und verschmutzte Straßen war ein weiterer Diskussionspunkt. Hier hat Paulus bereits ein Gespräch mit den Hopfenbauern geführt. Von der Seite der Hopfenbauern werden im kommenden Jahr mehr Maschinen für die Ernte eingesetzt. Damit soll zumindest teilweise eine Linderung bei der Lärmbelästigung eintreten. In dem Zusammenhang wurde kritisiert, dass die Hopfenbauern für das Spritzwasser bestes Trinkwasser verwenden. Hier führte Paulus an, dass dies ihr gutes Recht sei. Der Gemeinderat wird sich jedoch dafür stark machen, dass im Gemeindegebiet kein Brunnen für die Wasserentnahme errichtet wird. In der letzten Instanz wird hier jedoch vom Wasserwirtschaftsamt entschieden.

Derzeit werden die alten Betonstraßen zwischen Mendorf/Tettenagger, Tettenagger/Oberoffendorf und Stockau/Hüttenhausen ausgefräst, neu geschottert und mit einer neuen Bitumenschicht versehen. Ein Besucher wollte wissen, wie breit die Straßen künftig werden. Paulus sagte, dass die Straße dieselbe Breite bekommen, aber das Bankett links und rechts der Straße um jeweils 50 Zentimeter befestigt wird und dadurch die Fahrbahn insgesamt einen Meter breiter werde.  Hier kam die Anregung, die Einfahrten zu den Feldern etwas größer zu gestalten. Die alten Einfahrten stammen aus den 1960er Jahren. Heutzutage sind die Maschinen und Geräte wesentlich größer und demnach müssten auch die Zufahrten etwas größer sein. Durch die Schließung des Lagerhauses in Mindelstetten wurde heuer der Verkehr zum Lagerhaus nach Unterdolling auf der Straße zwischen Hüttenhausen/Hiendorf nach Unterdolling stärker. Diese Straße sei ebenfalls eine Betonstraße. Die Anregung war, die Straße ebenso zu erneuern. Dies sei laut Paulus nicht möglich, da die Straße nicht in die Planung und Förderung durch das Amt für ländliche Entwicklung aufgenommen wurde.

Die schlechte unsachgemäße Verlegung der DSL-Leerrohre wurde bemängelt. Hier gab Paulus zur Auskunft, dass die Leitungen alle abgenommen wurden und eine fünfjährige Gewährleistung bestehe. Zudem zeigte  sich Paulus sehr zufrieden über bereits so gut wie abgeschlossenen DSL-Breitbandausbau im Gemeindegebiet.

Eine Anregung war, den nachgebenden Verlege Graben der vor Jahren verlegten Wasserleitung von Hüttenhausen nach Mindelstetten aufzuschottern. Ein weiteres Ärgernis sei die Wildablagerung von Grünabfällen und Holz im alten Steinbruch zwischen Hiendorf und Hüttenhausen. Paulus appelierte an die Besucher, den Wertstoffhof zu nutzen. Die Gemeinde biete die Möglichkeit, alle Abfälle fachgerecht zu entsorgen.

Nach der Auskunft eines Besuchers sind die Gehwege in Tettenagger noch nicht vermessen. Der Bau liege bereits im Jahr 1984. Seine Befürchtung bestehe darin, dass er als offizieller Eigentümer vielleicht eines Tages bei Unfällen in die Haftung genommen werde.

Am Ende bedankte sich Paulus für die rege Diskussion und die freiwilligen Dienste, die während des Jahres von vielen Bürgern wahrgenommen werden. Sein besonderer Dank galt Martin Schlagbauer, der sich über das übliche Maß hinaus um den Gemeindewald kümmert. Dieser wurde mit einem kräftigen Applaus bedacht.

Foto: 53 Besucher waren bei der Bürgerversammlung in Offendorf.
Foto: Derzeit werden die alten Betonstraßen wie hier zwischen Stockau und Hüttenhausen erneuert.