Begegnungsstätte Anna-Schäffer Garten

Das Interesse an der Gestaltung eines Kreuzweges im Garten hinter dem Geburtshaus der Heiligen Anna Schäffer in Mindelstetten ist groß. Das zeigte sich am Sonntag, den 28. Januar 2018 bei der Präsentation der vier ausgewählten Ideenkonzepte im Pilgersaal, zu der mehr als 100 Besucher strömten. „Es ist fast schade, dass nur ein Entwurf am Ende umgesetzt werden kann“, sagte Pfarrer Johann Bauer bei seiner Ansprache. Die Kirchenstiftung St. Nikolaus, Mindelstetten hat sich die Gestaltung des Gartens als Kreuzweg schon seit längerem vorgenommen. Im Rahmen der ersten Stufe des Auswahlverfahrens haben sich 13 Künstler mit dem Leben der Heiligen Anna-Schäffer auseinandergesetzt und Ideenkonzepte ausgearbeitet. Nach ausgiebiger Würdigung alle Vorschläge wurden vier Künstler mit der Ausarbeitung beauftragt. Ihre Entwürfe in Modellen und Zeichnungen stellten an diesem Sonntag die Künstler nun selber den interessierten Bürgern und geladenen Gästen vor. Bürgermeister Alfred Paulus begrüßte dazu den stellvertretenden Vorsitzenden von Altmühl-Jura, Andreas Brigl, Bürgermeister des Marktes Titting, die Bürgermeisterkollegen aus den Nachbargemeinden und der Altmühl-Jura Region sowie die Lenkungsausschussmitglieder von Altmühl-Jura und LAG Managerin Lena Oginski. Er dankte LEADER-Managerin Irmgard Neu-Schmid für die Unterstützung bei der Antragstellung und Bewilligung von Fördermitteln aus dem LEADER-Programm in Höhe von ca. 183.000 Euro. Aus der anfänglichen Skepsis habe sich eine große Euphorie entwickelt, freute sich Paulus. Er zeigte sich begeistert, wie der Geist der Heiligen Anna-Schäffer in allen künstlerischen Entwürfen wirke. Irmgard Neu-Schmid lobte den Mut der Kirchenstiftung, die mit dem Projekt etwas Neues gewagt habe und einen innovativen und transparenten Prozess bei der Gestaltung eingeschlagen habe. Es komme darauf an, wie das Leben der Anna-Schäffer auch für zukünftige Generationen dargestellt werde, die den Menschen doch so viel Hoffnung und Mut gegeben habe. So solle der Ort für alle Menschen ein Besinnungsort sein, betonte die erfahrene LEADER-Managerin. Daher sind auch alle Bürger eingeladen, sich über die Modelle zu informieren und ihre Meinung zu äußern. Zu sehen sind die Modelle noch am kommenden

Samstag, den 03.02. von 14:00 -16:00 Uhr,

am Sonntag, den 04., 11., und 18. Februar jeweils von 10:30 bis 12:00 Uhr.

Umfragekarten, bei denen jeder seinen Favoriten ankreuzen kann, liegen im Pilgersaal aus und können noch bis 11. Februar vor Ort oder bei der Kath. Kirchenstiftung in Mindelstetten abgegeben werden. Die Jury wird es dann nicht leicht haben, am 16. Februar eine Entscheidung zu treffen, würdigte Pfarrer Bauer die Arbeit der Künstler. Die Besucher drängten sich dann in der nächsten Stunde um die Künstler und ihre Modelle und bekamen Antwort auf Fragen. Bis zur Fertigstellung liegt noch ein ganzes Stück Arbeit vor der Kirchenstiftung. Mit dem „Segen von Oben“ wird es bestimmt gelingen.

Foto zur Präsentation:

Pfarrer Johann Bauer, Vorsitzender der Kirchenstiftung, (2. v. rechts) würdigte die Arbeit der Künstler, um einen Kreuzweg im Garten des Anna-Schäffer-Hauses zu gestalten. Von rechts: Rupert Fieger aus Eichstätt, Raphael und Adelheid Graf aus Eichstätt, Günther Schlagbauer aus Deising und die Arge Ursprungskunst unter der Führung von Bernhard Thoma aus Schamhaupten haben ihre Entwürfe am Sonntag der Bevölkerung und geladenen Gästen vorgestellt.

 

Die Künstler und Ihre Ideen im Einzelnen:

Rupert Fieger:

Bei Rupert Fieger, Bildhauer aus Eichstätt, stehen die sieben Kreuzwegstationen aus Stein unter der großen Überschrift „Begegnung“. Die Figuren, auf das wesentliche reduziert, sind in Augenhöhe zum Betrachter ausgearbeitet. Er steht sozusagen Aug in Aug mit dem Geschehen, wird Bestandteil des Dargestellten und so in das Geschehen integriert. Anna Schäffer wird hier zur Mittlerin in Handabdrücken, oder wenn Sie hilft das Kreuz zu tragen. Durchbrüche zeigen den Weg ins Licht als Zeichen der Hoffnung, ebenso wie der Brunnen als Auferstehungsstation. Die Stationen des Kreuzweges werden auf Begriffe wie „Mutterliebe“, „Begegnung“ oder „Annehmen“ reduziert und lassen dem Betrachter Raum für eigene Gedanken. Die Worte der Heiligen sind entlang der Kante eingraviert. Die sieben Stelen sind entlang eines spirallinienförmigen Weges angeordnet und folgen dem Lebensweg der Anna Schäffer beginnend am Geburtshaus bis zum Brunnen der Auferstehung.

Raphael Graf

Der Eichstätter Bildhauer Raphael Graf mit seiner Frau Adelheid und der Architektin Karin Fackler haben den Garten gegliedert durch ein Wegkreuz, das von einem Kreis als Lebenskreis umgeben ist. Um diesen Lebenskreis sind die sieben Kreuzwegstationen und die Auferstehungsstation aus Stein angeordnet. Einschnitte im oberen Bereich der Stelen – wie Einschnitte im Leben – geben Raum für die Darstellung der aus Bronze gegossenen Stationen in bildhafter Darstellung. In der Ausarbeitung ist die Bewegung im Bezug auf den Leidensweg Jesu erkennbar. Im unteren Bereich sind nach vorne offene Nischen eingearbeitet, die das Wirken und Leiden der Anna Schäffer sichtbar machen. Einerseits zeigen sie die Eingeschlossenheit der Heiligen und doch gleichzeitig die Offenheit für die Anliegen ihrer Mitmenschen. Der Eingangsbereich des Gartens wird von einer Natursteinmauer eingefasst. In einem Fensterdurchbruch soll ein Reliefportrait der Hl. Anna Schäffer integriert werden, das die Besucher einlädt, ihr in dem Garten zu begegnen.

Günther Schlagbauer

Günther Schlagbauer aus Deising hat sich bei der Ausarbeitung des Kreuzweges in die Zeit um 1900 versetzt, als der Leidensweg der Anna Schäffer mit einem Unfall begann. In historisierender Weise stellt er in der Art der Lüftlmalerei sowohl die einzelnen Kreuzwegstationen als auch die Leidensstationen der Heiligen dar. Die Malerei erfolgt auf regionalem Plattenkalk, der in Stelen aus Marchinger Drosselfels eingesetzt wird. Dabei bilden die stark gemaserten, im Grund ockerfarbigen Platten einen starken Kontrast zu dem hellen Drosselfelsen. Die Stationen sind wie ein historischer Kreuzweg angeordnet und sie verlaufen gegen den Urzeigersinn, denn auch das Leben der Anna Schäffer lief nicht in normalen Bahnen, so der Künstler. Gebetsfelsen und Auferstehungskapelle runden den Garten ab. In der Mitte der Gartenanlage soll ein Obelisk mit Kreuz, Herz und Dornenkrone, den Zeichen der Anna Schäffer, errichtet werden.

Ursprungskunst: Bernhard Thoma

Zur Arbeitsgemeinschaft Ursprungskunst gehören der Zimmerermeister Bernhard Thoma aus Schamhaupten, der Grafikdesigner Florian Huber aus Freising und der ukrainische Bildhauer Eugen Svetovoi, der in München lebt und arbeitet. Sie haben die Kreuzwegstationen entlang eines Weges angeordnet, der die Form eines Ammoniten hat. Eingefasst wird dieser Weg durch Steinstelen, die im Wegeverlauf ansteigen. Dadurch ergeben sich immer wieder neue Perspektiven auf die sieben Stationen. In einer runden Bronzemedaille werden die einzelnen Themen des Kreuzweges bildhaft dargestellt. Die Stelen an sich sind schlicht und zeitlos aus hellem, heimischem Kalkstein. Eine Milchglasplatte, durch die das Licht fallen kann, zeigt die Zitate der Anna Schäffer und stellt so den Bezug zur Heiligen dar. Der Weg endet in der Mitte des Ammoniten an einem Spiegelkreuz, in dem sich der Pilger sozusagen selber sehen kann. Die Auferstehung wird durch einen drei Meter hohen Christus dargestellt, der quasi aus diesem Spiegelkreuz auferstanden ist.

 

 

Text: Sabine Lund, im Auftrag der Kath. Kirchenstiftung St. Nikolaus, Mindelstetten

Urheber der Fotos: Sabine Lund

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