Bauernjahrtag mit Tradition

Offendorf (rss) Zu seinem 140. Jahrtag hatte der Christliche Bauern- und Arbeiterbund Offendorf eingeladen. Zahlreiche Mitglieder und Geschäftsleute sind zum Jahrtag gekommen. Vor dem Gottesdienst stellten sich die Vereine mit ihren Abordnungen mit den Gästen zum Kirchenzug auf. Unter den Klängen der Kelsbachbuam und bei strahlendem Sonnenschein führte der stellvertretenden Vorsitzenden Michael Hofmayer den Zug an. In der Hl. Messe zu Ehren der verstorbenen Mitglieder ging Pfarrer Johann Bauer in seinen einführenden Worten auf das abgelaufene Jahr ein. Der trockene Sommer, der den Landwirten zu schaffen machte, die Krise bei den Autobauern, die die Arbeiter und die umliegenden Firmen zusehends Sorgen bereiten. Die Kirche stecke auch in einer Krise. Die Kirchenführer suchen nach Wegen aus der Krise heraus. „Es habe in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder Krisen gegeben“, so Bauer. Es gelte gemeinsam Anstrengungen zu unternehmen, um diese zu überwinden. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Männerchor Mindelstetten-Offendorf mit der „Waldlermesse“ unter der Leitung von Wolfgang Schauer.  Nach der Messe zogen die Kirchenbesucher mit den Kelsbachbuam und den Fahnenabordnungen zu Fuß zum Vereinsbahnhof Offendorf. Vorsitzender Alfons Waldinger konnte zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft zur Jahresversammlung begrüßen. Die stellvertretende Landrätin Rita Böhm (CSU) überbrachte die Grüße des Landkreises Eichstätt. Der Jahrtag ist Tradition und gehört zum Jahresablauf. Diese lange Tradition hat einen tiefen Hintergrund. Sie stellte die Frage: „Was ist wichtig, auf was kommt es an?“. Ihren Worten folgend werde der Zusammenhalt der Gesellschaft und Umweltschutz eine wesentliche Bedeutung für die Zukunft haben. Am Ende ihrer Worte wünschte Sie allen Besuchern alles Gute und Gottes Segen. Bürgermeister Alfred Paulus (CWG) erinnerte in seinem Grußwort an die Lebensumstände bei der Gründung des Vereins. Die Lebenserwartung lag bei 50 Jahren, alles spielte sich im Dorf ab und rund 95 Prozent der Bevölkerung waren in der Landwirtschaft tätig. Heute sind im Agrarbereich gerade einmal zwei Prozent beschäftigt und 80 Prozent fahren aus dem Dorf heraus in die Arbeit. Heute kann sich fast jeder alles leisten. „Aber sind wir deshalb glücklicher?“ stellte Paulus die Frage. Er wagte eine Blick 20 Jahre nach vorne, in der vielleicht Roboter vieles erledigen und Autos und Lastwagen selbständig umherfahren. Er blickte auf das kommende Jahr. Das Bürgerzentrum und der Marktplatz sollen im Sommer fertiggestellt werden und mit einem Bürgerfest ihrer Bestimmung übergeben werden. Das Baugebiet Mindelstetten Süd III wird im Juni fertig. Daraus entstehen 60 Bauplätze. Die Plätze der Gemeinde werden bereits jetzt vergeben. Vor wenigen Tagen war der Neujahrsempfang der Gesellschaft Altmühl-Jura (der DK berichtete) in dem die gute Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden, den Landkreisen und vielen Institutionen und der Handwerker und Wirtschaft unterstrichen wurde. Waldinger blickte ebenfalls auf die Zeit vor 140 Jahren zurück. Damals entwickelte sich gerade die Arbeiterklasse. „Heute sprechen wir von Globalisierung und gleichzeitig wird ein Heimatministerium geschaffen“, so Waldinger. Er spielte darauf an, dass trotz der scheinbar vielen Veränderungen und Möglichkeiten jeder Mensch eine Heimat haben wolle. Der Christliche Bauern- und Arbeiterbund biete hier ein Stück Heimat. Der Jahrtag zähle hier insbesondere dazu. Er ließ das abgelaufene Jahr Revue passieren. Der Verein beteiligte sich mit der Standarte bei allen kirchlichen Festen. Zudem war eine Fahnenabordnung bei der Segnung des neuen Anna-Schäffer Kreuzweges in Mindelstetten mit dabei. Im Frühjahr fanden Neuwahlen statt. Hier konnten junge Mitglieder als Beisitzer gefunden werden. Er dankte allen, die sich zur Verfügung stellten. Derzeit hat der Verein 270 Mitglieder. Im vergangenen Jahr verstarben acht langjährige Mitglieder. Durch zehn Neueintritte ist die Mitgliederzahl etwas gestiegen. Danach verkündete Xaver Schneider den Tätigkeitsbericht als Kurzbericht. Kassier Martin Schlagbauer berichtete von geordneten Finanzen. Zahlreiche Spenden machen den Jahrtag maßgeblich möglich. Traditionell gab Schlagbauer zur Freude der Besucher einen Witz zum Besten. Waldinger dankte in seinen Ausführungen allen Spendern, Sponsoren und seinen Vorstandskollegen. Der Antrag von Kassenprüfer Anton Hacker auf Entlastung der Vorstandschaft wurde einstimmig angenommen.Schneider ist seit 35 Jahren als Schriftführer und Schlagbauer seit 35 Jahren als Kassier tätig. Dies nahm die beiden Vorsitzenden Waldinger und Hofmayer zum Anlass, die beiden mit einem Präsent und einer Urkunde zu Danken und zu Ehren. Der Verein spendierte am Nachmittag Kaffee und Kuchen. Dabei blieben noch viele Mitglieder bei geselliger Runde sitzen. Am Abend spielte Harald Deimer vom Förderverein für Bayerische Sprache und Dialekte mit vier weiteren Musikern zur Unterhaltung auf. Dazwischen gab es zahlreiche Witze und Geschichten. Als Musiker waren heuer „de Holledauer Zuagroasdn“ mit Akkordeon, Gitarre und Kontrabass dabei. Die besondere Attraktion war Uwe Döhring. Er bereicherte den Abend mit gesungenen Gstanzl, die den Bürgermeister, Mitglieder der Vorstandschaft vom Vereinsbahnhof und so manche andere Vereinsvorstände aufs Korn nahmen. Die Volkstansgruppe des Vereins zeigte vier Tänze mit einer Einlage. Dabei holten sie weitere Gäste auf die Tanzfläche und im nu war das Parkett voll. Die beiden Vorsitzenden Waldinger und Hofmayer dankte den Organisatoren der monatlich stattfindenden Volkstanzabenden Franziska und Alfons Pfaller für Ihr Engagement. Beide bakamen ein Präsent und Blumen überreicht. Bei guter Unterhaltung blieben die Gäste bis nach Mitternacht. Waldinger war vom gesamten Tag so begeistert, dass er am Ende sagte „Das war der beste und schönste Bauernjahrtag, den ich je erlebt habe“.

Quiz

Heuer führte der Verein nach dem Mittagessen wieder ein Quiz durch. Dabei galt es, Fragen zur Gemeinde, Verein und Bayern richtig zu beantworten. Hier die Fragen und die Antworten:

Wie viele Katholiken (über 18 Jahre) hat die Expositur Offendorf? Antwort: 373

Wann genau war die Glockenweihe in Tettenagger? Antwort: 14.08.1988

Wer war bei der Wiedergründung des Schützenverein Eichenlaub Hüttenhausen im Jahre 1952 erster Vorstand? Antwort: Albert Schäringer

Wie lange war Konrad Regler Landrat des Landkreises Eichstätt? Antwort: 26 Jahre

Der wievielte Jahrtag ist heute unter dem ersten Vorsitzenden Alfons Waldinger? Antwort: elf

In den Letzten 40 Jahren ist ein Tag des Mindelstettener Marktes ausgefallen.

A, In welchem Jahr? Antwort: 1988

B, An welchem Wochentag? Antwort: Samstag

C, Warum viel er aus? Antwort: An dem Tag war die Beerdigung des früheren Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß

Wer hat 1918 den Freistaat Bayern verkündet? Antwort: Kurt Eisner

Und welcher Partei gehörte er an? Antwort: SPD

Wie schwer ist die die Vorstandschaft des Christlichen Bauern- und Arbeitervereins Offendorf mit Alfons Waldinger, Michael Hofmayer, Martin Schlagbauer und Xaver Schneider insgesamt? Antwort: 418 Kilogramm

Wie viele Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern waren seit 1945 im Amt? Antwort: 11

Wie viele zweite Vorsitzende des Christlichen Bauern- und Arbeiterbundes Offendorf gab es seit 1984 und wie sind deren Namen? Antwort: vier (Adolf Forchhammer, Norbert Redl, Thomas Ruhfaß und Michael Hofmayer)

Von den 17 richtigen Antworten hatten Rosi Schulze und Rainer Hecker mit 13 die meisten richtig. Mit 12 richtigen Antworten lagen Walter Schulze und Anton Weigl knapp dahinter. Hier wurde eine Stichfrage gestellt. Wie ist der aktuelle Kassenstand der Vereinskasse? Hier lag Walter Schulze näher.  Die Gewinner bekamen je zehn Liter Bier als Peis.