Am Turiner Grabtuch die Leiden Christi betrachtet

Auf Kar- und Ostertage eingestimmt

Mit dem  Vortrag „Die Passion Christi – betrachtet am Turiner Grabtuch“, den die Pfarrei Mindelstetten in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Erwachsenenbildungswerk im Landkreis Eichstätt organisierte, konnten  sich die Zuhörer, die am Montag der Karwoche  in den Pilgersaal nach Mindelstetten gekommen waren,   ein wissenschaftlich fundiertes Bild vom  Leiden Christi machen. Neben zahlreichen Besuchern begrüßte Pfarrgemeinderatssprecherin Anita Irl  Oberstudiendirektor  Günter Jehl aus Schwandorf als Referenten. Der Mathematik- und Physiklehrer, der in Amberg die Dr. Johanna-Decker-Schulen leitet, hat sich seit Jahren in den verschiedenen wissenschaftlichen Fachbereichen mit diesem zum Teil kontrovers  diskutierten  Tuch auseinandergesetzt und viele grundlegende  Fakten zusammengetragen. So erklärte er den Zuhörern unter anderem,  dass auf dem Tuch ein stark gefolterter Leichnam zu sehen ist, dem man nach einer Kreuzigung  sehr vornehm bestattet hatte.  Üblicherweise wurden Kreuzigungsopfer nach ihrem Tod nur verscharrt, da diese in der Regel von der Gesellschaft Ausgestoßene waren. Wie der Abdruck des Leichnams überhaupt auf das feine Leinentuch gekommen ist, ist bis heute ungeklärt. Gewebe-, Staub-, und Blütenpollenuntersuchungen legen die Vermutung nahe, dass das Tuch aus dem Nahen Osten kommt und ca. 2000 Jahr als ist. Verschmutzungen mit Ruß, die auf einen  historisch belegten  Brand im Mittelalter zurückgehen,  sind mit hoher Wahrscheinlichkeit für die  vor einigen Jahrzehnten mit der C-14 Methode ermittelte Nachdatierung des  Alters verantwortlich. Durch einen  Vergleich der Folterspuren auf dem Grabtuch mit dem Bericht der  Leidensgeschichte aus dem Johannesevanglium führte er den Zuhörern  direkte Übereinstimmungen zu den Leiden  Jesu Christi vor Augen. Zusammenfassend stellte der Referent fest, dass man das Turiner Grabtuch nicht zum Glauben braucht, es jedoch Zweifler zum Nachdenken anregen  und für Gläubige eine Bestärkung sein kann. Am Ende des anschaulichen Vortrages, den die Besucher mit großem Interesse verfolgten, bedankte sich Pfarrer Johann Bauer bei  Günter Jehl für seine Ausführungen und wünschte allen gesegnete Kar- und Ostertage.